NCCR Mediality
UZH




Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) sind ein Förderungsmittel des Schweizerischen Nationalfonds.

Nationaler Forschungsschwerpunkt Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen. Historische Perspektiven 2009-2013

Der Nationale Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit der Geschichtlichkeit von Medien und Medialität. Sein Interesse gilt Kommunikations-, Übertragungs- und Wahrnehmungsformen vor den dominanten Massenmedien und vor den modernen teleologisch und technologisch orientierten Mediendiskursen, deren Historizität meist nicht weiter als bis zur Einführung von Film, Radio oder Fernsehen zurückreicht. Ziel ist eine historische Mediologie, die ihr Augenmerk besonders auf Situationen richtet, in denen kommunikative Praktiken sich verändern (Medienwandel), mediale Formen Dynamisierung erfahren (Medienwechsel) und Bedingungen von Kommunikation reflektiert werden (Medienwissen). Fokussiert werden die Stellen, an denen Mediales in besonderer Weise beobachtbar und beschreibbar wird; einerseits überschaubare Konstellationen, andererseits längere Zeiträume.

Die in Angriff genommene historische Mediologie hat die Aufgabe, Beschreibungsmodelle zu entwickeln, die präziser erfassen lassen, wie Medialität kulturelle Sinnbildungsleistungen geprägt hat. Gefragt wird weniger danach, was Medien seien, als danach, was in welchen Situationen und Prozessen als Medium fungieren kann, was die jeweiligen Bedingungen der Möglichkeit des Medialen sind. Im Vordergrund stehen deshalb nicht nur die Bilder, die uns Medien von der Welt geben, sondern auch die Bilder, die unsere Vorstellungen von dem, was medial sei, prägen. Es geht darum, die Historizitäten und die Imaginationen des Medialen, die geschichtlichen Eigendynamiken und -logiken von Medialität ans Licht zu bringen.

In einem allgemeinen projektübergreifenden Bereich (A.) und vier sachbezogenen Bereichen (B. Interferenz, C. Ostentation, D. Instrumentalisierung und E. Übertragung) werden anhand von Texten, Bildern, Karten, Skulpturen, Architekturen, Stoffen, Klängen oder Filmen je andere, aber einander verbundene Perspektiven auf mediale Auffälligkeiten der Vormoderne entwickelt. Auch in der zweiten Phase des NFS steht die Zeit zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert im Zentrum. Zugleich werden die Grenzen europäisch-christlicher Kulturtraditionen anvisiert, die Perspektiven verstärkt auf die frühe Neuzeit ausgedehnt und an prägnanten Ausschnitten jene Phasen der Moderne betrachtet, in denen sich in Literatur, Kunst, Wissenschaft genuin mediale Diskurse herauszubilden beginnen – von denen her wiederum die Idee einer vormodernen Medialität Kontur gewinnt.

Beteiligte Fächer sind: Germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Filmwissenschaft, Musikwissenschaft, Nordistik, Romanistik, Rechtswissenschaft.

Weiterführende Informationen:
Struktur
Projekte
Review Panel

Galerie-BildBild des Monats Mai 2013



28. Mai 2013
Äther, Aura, Apparatur. Medialitätsbegriffe in der frühen Medientheorie
Prof. Dr. Tobias Wilke (New York)
Universität Zürich, Rämistr. 69, SOC-1-101, 18.15 Uhr
(NFS-Kolloquium)




Klang-Spiele. Vormoderne Texte zwischen Sinn und Klang
Workshop, veranstaltet von Prof. Dr. Susanne Köbele und Dr. Christine Stridde,
Universität Zürich, 23./24. Mai, KOL-G-212
Programm

Medialitätsbegriffe
Workshop mit Prof. Dr. Tobias Wilke (New York)
Universität Zürich, Rämistr. 42, RAL 2. Stock, 14–17.30 Uhr

›The semiological paradigm and Christian Metz‘s ‘cinematographic’
thought / Le paradigme sémiologique et la pensée ‚cinématographique’
de Christian Metz‹

Tagung, veranstaltet von Prof. Dr. Margrit Tröhler (Zürich), Dr. des. Guido Kirsten
(Zürich) u. Julia Zutavern, lic. phil. (Zürich)
Universität Zürich, 12.–14. Juni
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