NCCR Mediality




Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) sind ein Förderungsmittel des Schweizerischen Nationalfonds.
Der Nationale Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit der Geschichtlichkeit von Medien und Medialität. Sein Interesse gilt Kommunikations-, Übertragungs- und Wahrnehmungsformen vor den dominanten Massenmedien und vor den modernen teleologisch und technologisch orientierten Mediendiskursen, deren Historizität meist nicht weiter als bis zur Einführung von Film, Radio oder Fernsehen zurückreicht. Ziel ist eine historische Mediologie, die ihr Augenmerk besonders auf Situationen richtet, in denen kommunikative Praktiken sich verändern (Medienwandel), mediale Formen Dynamisierung erfahren (Medienwechsel) und Bedingungen von Kommunikation reflektiert werden (Medienwissen). Fokussiert werden die Stellen, an denen Mediales in besonderer Weise beobachtbar und beschreibbar wird; einerseits überschaubare Konstellationen, andererseits längere Zeiträume.

Die in Angriff genommene historische Mediologie hat die Aufgabe, Beschreibungsmodelle zu entwickeln, die präziser erfassen lassen, wie Medialität kulturelle Sinnbildungsleistungen geprägt hat. Gefragt wird weniger danach, was Medien seien, als danach, was in welchen Situationen und Prozessen als Medium fungieren kann, was die jeweiligen Bedingungen der Möglichkeit des Medialen sind. Im Vordergrund stehen deshalb nicht nur die Bilder, die uns Medien von der Welt geben, sondern auch die Bilder, die unsere Vorstellungen von dem, was medial sei, prägen. Es geht darum, die Historizitäten und die Imaginationen des Medialen, die geschichtlichen Eigendynamiken und -logiken von Medialität ans Licht zu bringen.

In einem allgemeinen projektübergreifenden Bereich (A.) und vier sachbezogenen Bereichen (B. Interferenz, C. Ostentation, D. Instrumentalisierung und E. Übertragung) werden anhand von Texten, Bildern, Karten, Skulpturen, Architekturen, Stoffen, Klängen oder Filmen je andere, aber einander verbundene Perspektiven auf mediale Auffälligkeiten der Vormoderne entwickelt. Auch in der zweiten Phase des NFS steht die Zeit zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert im Zentrum. Zugleich werden die Grenzen europäisch-christlicher Kulturtraditionen anvisiert, die Perspektiven verstärkt auf die frühe Neuzeit ausgedehnt und an prägnanten Ausschnitten jene Phasen der Moderne betrachtet, in denen sich in Literatur, Kunst, Wissenschaft genuin mediale Diskurse herauszubilden beginnen – von denen her wiederum die Idee einer vormodernen Medialität Kontur gewinnt.

Beteiligte Fächer sind: Germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Filmwissenschaft, Musikwissenschaft, Nordistik, Romanistik, Rechtswissenschaft.

Weiterführende Informationen:
Struktur
Projekte
Review Panel

Galerie-BildBild des Monats September 2010



12. August 2010
NFS-Kolloquium HS 2010
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5. Oktober 2010
PD Dr. Steffen Bogen (Konstanz)
Assisi. Medienreflexion im Bild
5. Oktober 2010, SOC-1-101, 1815 Uhr
(NFS-Kolloquium)
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19. Oktober 2010
Prof. Dr. Frank Hartmann (Weimar)
Technologien der Explizitmachung
19. Oktober 2010, SOC-1-101, 18.15 Uhr
(NFS-Kolloquium)
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23. Oktober 2010
NFS-Mitarbeiter-Workshop
Samstag, 23. Oktober 2010,
9.15–18.30 Uhr
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2. November 2010
Prof. Dr. Barbara Schellewald (Basel)
Im Lichte der Sichtbarkeit. Theorie und Materialität der Bilder in Byzanz
2. November 2010, SOC-1-101, 18.15 Uhr
(NFS-Kolloquium)
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4. November 2010
Prozessualität und Medialität
Tagung innerhalb des Doktoratsprogramms «Medialität in der Vormoderne»
Zürich, 4.–6. November 2010
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16. November 2010
Prof. Dr. Bernhard Siegert (Weimar)
Metamorphosen der Fläche. Zur Medientheorie und Geschichte des Trompe-l’Œils in der flämischen Buchmalerei des 15. und 16. Jahrhunderts und im frühen niederländischen Stilleben
16. November 2010, SOC-1-101, 18.15 Uhr
(NFS-Kolloquium)
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8. Dezember 2010
Prof. Dr. Thomas Vesting (Frankfurt)
Das kollektive Gedächtnis und seine Medien
Mittwoch, 8. Dezember 2010, SOC-1-101, 18.15 Uhr
(NFS-Kolloquium)
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