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NCCR Mediality
UZH




Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) sind ein Förderungsmittel des Schweizerischen Nationalfonds.
D. Instrumentalisierung (2005-2009)
D.1. (2005-2009) Das Bild herrscherlicher Macht und ihres Verhältnisses zum Recht im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit

Bildliche Darstellungen über Herrschaftsmacht und die Inhaber herrscherlicher Gewalt transportieren im Mittelalter häufig Aussagen über die Legitimation und die Anwendungsdimensionen herrscherlicher Macht. Immer wieder wird dabei die Dimension des Rechtlichen in die Darstellung einbezogen. Das geschieht vor allem durch Rechtssymbole und dadurch, dass Herrschergestalten eine Handlung mit rechtlicher Bedeutung zugeschrieben wird. Im Rahmen des geplanten Projektes soll der visuellen Medialisierung von Herrschaft und Recht in der Zeit des Spätmittelalters und der beginnenden Frühen Neuzeit von verschiedenen Perspektiven her nachgegangen werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie, wofür und in welchen kulturellen Diskursen die Visualisierung der Wechselbeziehung zwischen Recht und Herrschermacht geschieht. Gerade im Blick auf die Visualisierung von Rechtsbeziehungen ist auch zu fragen, welcher Stellenwert der Visualisierung von Rechtswissen im Verhältnis zu verschriftlichtem Rechtswissen zukommt.
In der Durchführung zielt das Vorhaben auf die systematische Auswertung von mittelalterlichen Bildquellen und – soweit möglich – ihrer Verbreitung. Das soll auf zwei analytischen Ebenen geschehen, die im Lauf der Projektbearbeitung gegebenenfalls zu ergänzen oder auch zu modifizieren sind:
1. Die tragende Grundlage bildet die Untersuchung und Erfassung der Darstellungsinhalte zum Themenkreis «Herrschermacht und Recht» in ihrer Abhängigkeit von Medienart und potentiellem Adressatenkreis.
2. Im Übergang vom späten Mittelalter zur Frühen Neuzeit erreichte die Medienzirkulation eine neue Qualität. Das führt zur Frage nach dem Einfluss dieses Prozesses auf die Visualisierungsformen von Herrschaft und Recht.



Prof. Dr. Andreas Thier


Dr. iur. Stefan Geyer, Wiss. Mitarbeiter