Diese Website wird nicht mehr aktualisiert. Besuchen Sie die neue Website www.zhm.uzh.ch.
NCCR Mediality
UZH




Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) sind ein Förderungsmittel des Schweizerischen Nationalfonds.
SR. Senior Researchers
SR.1. Medialität des Unheimlichen. Gespenster, Schatten, Doppelgänger in der Moderne

1. Der Arbeitstitel des Hauptprojekts lautet: Medialität des Unheimlichen. Gespenster, Schatten, Doppelgänger in der Moderne. Der Begriff Medialität bezieht sich hierbei auf «Grenzobjekte» (Schüttpelz) zwischen naturwissenschaftlichen und esoterischen, säkularen und magischen, technischen und ästhetischen Diskursen, wie sie seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in zahlreichen Texten begegnen. Theoretischer Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das Nachdenken über Vermittlung gerade in jener Epoche sich verstärkt, in der die Theologie als traditionelle Mittlerinstitution in den Hintergrund tritt und das philosophische Gespenst des ‹Ding an sich› nach immer neuen medialen Vergewisserungen und Intensivierungen verlangt. Mit diesem Projekt soll ein Beitrag zur Archäologie (a) des modernen Imaginären, (b) der Medienreflexion ‹vor› der Medienreflexion und (c) jenen Innovationsbestrebungen geleistet werden, die man mit den Medien der Moderne üblicherweise verbindet. Zu untersuchende Texte u.a.: Kants Träume eines Geistersehers, Schillers Der Geisterseher, Kleists Das Bettelweib von Locarno, E.T.A Hoffmanns Das öde Haus, Guy de Maupassants Le Horla, Robert L. Stevensons Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Ewers/Ryes Der Student von Prag (Stummfilm), H.P. Lovecrafts The Whisperer in the Darkness.

2. Drei weitere kleine Forschungsprojekte widmen sich folgenden Themen:

(2.1) Von Cipolla zu Hitler: Hypnose, Medialität und Diktatur im frühen 20. Jahrhundert (Textbasis: Ernst Weiß, Der Augenzeuge; Thomas Mann, Mario und der Zauberer; Hermann Broch, Die Verzauberung).
(2.2) Medialität bei Kleist (zu Käthchen von Heilbronn, Der Griffel Gottes, Die heilige Cäcilie).
(2.3) Medientheorie vor der Medientheorie: Hier sollen theoretische/ philosophische Texte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, etwa Friedrich Nietzsches Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, einer medialitätsgeschichtlichen Lektüre unterzogen werden.